Veranstaltungen

Abgeordnetentreffen am 26.02.2018 im Kloster Ottobeuren

Im Kloster Ottobeuren haben sich die Schwabenbund-Mitglieder mit den Bundestags- und Landtagsabgeordneten der Region getroffen und die aktuellen Herausforderungen für den ländlich geprägten Raum zwischen Schwäbischer Alb und Allgäu thematisiert.

Mit der diesjährigen Einladung in das Kloster soll ein regelmäßiger Austausch mit den schwäbischen Mandatsträgern aus Bayern und Baden-Württemberg zum Zwecke der Information und des Austausches über Projekte und Zielsetzungen etabliert werden.

Nach einer kurzen Begrüßung durch Abt Johannes Schaber OSB und den Vorstandsvorsitzenden des Schwabenbund e.V. und Hauptgeschäftsführer der IHK Ulm, Otto Sälzle, der nochmals die Gebietskulisse und die Mitglieder des Schwabenbundes vorstellt, werden die Themen und Projekte, mit denen sich der Schwabenbund befasst, präsentiert:

Der Vorstandsvorsitzende, Otto Sälzle, begrüßt die Abgeordneten aus Baden-Württemberg und Bayern mit einer kurzen Präsentation zu Zielsetzung und Tätigkeitsfeldern des Schwabenbund e.V.

Mobilität im Schwabenbund

A7 als Rückgrat und verbindendes Element

Als attraktiver Lebens-, Tourismus- und Wirtschaftsraum benötigt die Schwabenbund-Region eine gute Infrastruktur, um den wachsenden Personen-, aber vor allem Güterverkehr bewältigen zu können. Die A7 erweist sich als lebenswichtige Verkehrsader für beide Bundesländer. Nicht umsonst ist deren stellenweiser sechsspuriger Ausbau in der Schwabenbund-Region im Bundesverkehrswegeplan 2017 verankert. Abschnittsweise weist die A7 höhere Belastungen auf, als die bereits 6-spurig ausgebaute Strecke der kreuzenden Bundesautobahn A8 zwischen Ulm und Günzburg, wie aktuelle Zahlen der IHK Schwaben ergaben. Die Industrie- und Handelskammern werden eine verkehrs- und regionalökonomische Untersuchung in Auftrag geben, um die Verkehrsströme aufzuzeigen und die Wahrnehmung im Bundesverkehrsministerium zu stärken.

Download: 20180226_Präsentation Schwabenbund und Vorträge Mobilität

Schwabenbund-Services (SBS)

Mit SBS verfolgt der Schwabenbund das bislang im ländlichen Raum einmalige Ziel, Mobilität digital zu vernetzen und mit Aktivität zu koppeln. Der Vorsitzende des Ausschusses für Logistik und Verkehr der IHK Schwaben, Josef Brandner, stellt Zielsetzung und Details des deutschlandweit beachteten Referenzprojekts für den ländlichen Raum vor, welches die Digitalisierung im ÖPNV vorantreibt und somit den Umweltverbund und generell das regionale Mobilitätsangebot stärkt.

Das Projekt wird vom Freistaat Bayern und dem Bundesverkehrsministerium (BMVI) gefördert. Mittels eines mandantenfähigen eTicketing-Hintergrundsystems wird bei SBS der durchgängige Planungs-, Buchungs- und Bezahlprozess über Handy-App oder den Webshops der beteiligten Partner ermöglicht. In einem 2. Schritt soll dies zusammen mit Tourismusangeboten wie z.B. Bergbahnen, Freizeitparks oder Museen unmittelbar kombinierbar sein.

Hierzu wurde eine Kooperation mit der Oberallgäu Tourismus-Services GmbH (Betreiber der Allgäu-Walser-Card) eingegangen. Deren Geschäftsführer, Ulrich Hüttenrauch, zeigte in seinem Vortrag die Digitalisierungspläne der regionalen Vorteilskarte, der über 7.500 Gastgeber angehören, und historische Chance der breiten Vernetzung mit dem ÖPNV auf.

Download: 20180226_Vortrag Allgäu-Walser-Card – OATS

Ulrich Hüttenrauch, Geschäftsführer der OberAllgäuTourismusService GmbH stellt die Pläne zur Digitalsierung der Allgäu-Walser-Card und zur Kooperation mit dem ÖPNV über Schwabenbund-Services vor

Bildung im Schwabenbund

Ländlich geprägte Hochschulstandorte konkurrieren nach wie vor mit denjenigen in Ballungszentren. Die Integration der digitalen Welt in die Zukunftsszenarien der Hochschulen gewinnen immer mehr an Bedeutung – um nur einige der Themenstellungen zu nennen. Eine steigende Nachfrage nach hochwertig ausgebildeten Fachkräften und akademischen Weiterbildungsangeboten im Hinblick auf den sich abzeichnenden demografischen Wandel werden neue Lösungskonzepte erfordern. Die Studierendenschaft wird immer heterogener. Sich über gemeinsame Forschungsprojekte hinaus zu vernetzen, gewinnt gerade für die vornehmlich kleinen Hochschulen, die das renommierte Berliner Beratungsunternehmen CHE-Consult in seiner Erhebung zu den Hochschulen im Schwabenbund-Gebiet untersucht hat, immer mehr an Bedeutung. Die Ergebnisse werden im März mit den RektorInnen der beteiligten Hochschulen/Universitäten diskutiert werden. Der Geschäftsführer der CHE Consult, Dr. Christian Berthold, präsentierte erste Studienergebnisse.

Download: 20180226_Vortrag Bildung – CHE Consult

Energieversorgung im Schwabenbund-Gebiet

2022 geht das Kernkraftwerk Gundremmingen endgültig vom Netz. Mit dem Wegfall des Kernkraftwerks Gundremmingen entfällt eine Menge Strom, die fast alleine ausgereicht hätte, um den Jahresstrombedarf 2013 im Raum von Alb bis Bodensee, zwischen den Metropolen Stuttgart und München, zu decken. Die Region wird damit in absehbarer Zeit vom Stromexporteur zum -importeur. Soll der Wirtschaftsstandort keinen Schaden nehmen, muss zu diesem Zeitpunkt die Versorgungssicherheit mit elektrischem Strom anderweitig sichergestellt werden. Der Netzausbau und das Finden einer EU-weiten Lösung zur weiteren Vernetzung stehen immer mehr im Fokus, um einerseits die Versorgungssicherheit zu gewährleisten und die Strompreise (Deutschland hat die zweithöchsten Strompreise Europas) „im Rahmen zu halten“.

Nina Reitsam, Energieexpertin der IHK Schwaben, veranschaulichte in Ihrer Präsentation einprägsam und zugleich leicht verständlich die komplexen Herausforderungen und Fragestellungen, die das Schwabenbund-Gebiet beim Thema Energieversorgung betreffen.

Download: 20180226_Vortrag Energie – IHK Schwaben

Gerhard Pfeifer, Vorstandsmitglied des Schwabenbund e.V., ist überzeugt, dass Vernetzung und Bündelung von Kräften notwendig sind zur Erhalt der Wettebwerbsfähigkeit

Gerhard Pfeifer, Vorstand des Schwabenbund e.V. und Stv. Präsident der IHK Schwaben, beschließt die Vortragsreihe mit einem Rückblick auf die Entstehung des Schwabenbundes: Eine ländlich geprägte Region, die sich durch eine homogene mittelständische Struktur mit vielen hidden Champions auszeichnet, aber im Metropolregionen-Konzept keine Berücksichtigung findet. Er bittet daher die Abgeordneten um weitere Unterstützung und appelliert, die Kräfte der Region dies- und jenseits der Iller zu bündeln und gemeinsame Stärke zur Begegnung überregionaler und globaler Herausforderungen zu zeigen.

Thomas Reinhardt, Vorstand des Schwabenbund e.V. und Landrat Landkreis Heidenheim, schließt sich diesem Aufruf an. Er appelliert, Herausforderungen, die einzelne Landkreise nicht alleine stemmen können, gemeinsam im Schwabenbund anzugehen. Dies geht seiner Ansicht nach nur zusammen mit allen Akteuren in dieser Raumschaft und Abgeordnete sind dabei wichtige Akteure und „Türöffner“. Er lädt die anwesenden Volksvertreter ein, den Kontakt zum Schwabenbund aktiv zu suchen, wenn entsprechende Themen anstehen und kündigt eine regelmäßiges, mindestens jährliches, Treffen dieser Art als länderübergreifende Informations- und Diskussionsplattform an.